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Recruiting-Video und Recruiting-Kampagne: Ablauf, Kosten und echte Beispiele aus dem Handwerk

Die Stellenanzeige läuft seit Wochen, und es kommt nichts. Dann sieht man beim Konkurrenten im Ort ein kurzes Video auf Instagram: der Chef in der Werkstatt, zwei Gesellen, die erzählen, warum sie gern dort arbeiten. Drei Wochen später hat er zwei neue Leute. Was steckt dahinter, was kostet so etwas, und funktioniert das auch für deinen Betrieb?

Christian KöhnChristian KöhnGründer, heylead GmbH
7. Oktober 2026 10 Min. Lesezeit Geprüft vom heylead-Team
Handwerksmeister spricht in seiner Werkstatt in ein hochkant aufgestelltes Smartphone und dreht ein Recruiting-Video, im Hintergrund lacht ein Kollege an der WerkbankKI-Bild
Inhalt dieses Artikels
  1. 1.Was ist eine Recruiting-Kampagne?
  2. 2.Wie läuft eine Recruiting-Kampagne ab?
  3. 3.Was kostet eine Recruiting-Kampagne?
  4. 4.Was kostet ein Recruiting-Video?
  5. 5.Was macht ein gutes Recruiting-Video aus?
  6. 6.Was bringt eine Recruiting-Kampagne? Beispiele aus dem Handwerk
  7. 7.Woran scheitern Recruiting-Kampagnen?
  8. 8.Fazit

Kurz gesagt

Eine Recruiting-Kampagne ist eine geplante, zeitlich begrenzte Aktion, mit der ein Betrieb über bezahlte Anzeigen, meist auf Facebook und Instagram, gezielt Bewerber für bestimmte Stellen gewinnt. Sie besteht aus einem Recruiting-Video oder echten Fotos, Anzeigentexten, einer Zielgruppe in der Region, einer mobilen Landingpage und einer Kurzbewerbung. Marktüblich sind 500 bis 800 Euro Werbebudget pro Monat, 10 bis 25 Euro Werbekosten pro Bewerbung und 2.000 bis 4.000 Euro Gesamtkosten pro Einstellung. Ein professionell gedrehtes Recruiting-Video kostet laut Anbietern 3.500 bis 7.000 Euro; für Social Media funktioniert oft auch ein gut gemachtes Smartphone-Video mit echten Mitarbeitern.

Was ist eine Recruiting-Kampagne?

Eine Recruiting-Kampagne ist keine einzelne Stellenanzeige, sondern ein Paket, das für eine bestimmte Zeit und ein bestimmtes Ziel läuft: zum Beispiel 2 Elektriker in 8 Wochen im Umkreis von 30 Kilometern. Statt zu warten, bis jemand auf einem Jobportal sucht, landet die Anzeige im Feed von Fachkräften, die gerade nicht suchen, aber für das richtige Angebot offen sind.

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Beschäftigte, die offen für einen Wechsel sind, aber nicht aktiv suchen

Quelle: Studienlage Wechselbereitschaft (u.a. Gallup Engagement Index, XING/forsa)

Genau dieses Prinzip steckt hinter Social Recruiting, die Grundlagen erklärt der Ratgeber Was ist Social Recruiting?. Eine Recruiting-Kampagne besteht aus 5 Bausteinen, die zusammenpassen müssen:

  • Ziel: Welche Stelle, wie viele Leute, bis wann, in welchem Umkreis.
  • Inhalt: Recruiting-Video oder echte Fotos aus dem Betrieb, dazu kurze Anzeigentexte.
  • Ausspielung: Bezahlte Anzeigen auf Facebook und Instagram, gezielt an Menschen in der Region, mit festem Budget und fester Laufzeit.
  • Landingpage und Kurzbewerbung: Eine Seite, die die Stelle ehrlich zeigt, und eine Bewerbung in unter 2 Minuten am Handy, ohne Anschreiben.
  • Auswertung und Nachfassen: Bewerbungen schnell anrufen, Kosten pro Bewerbung und Einstellung messen, Anzeigen nachsteuern.

Wie läuft eine Recruiting-Kampagne ab?

In 6 Schritten, von der Analyse bis zur Einstellung meist in 4 bis 8 Wochen. Die ersten Bewerbungen kommen oft schon nach wenigen Tagen, entscheidend ist aber, was in den 24 Stunden danach passiert. So sieht der Ablauf aus:

SchrittWas passiertZeit
1. AnalyseStelle, Zielgruppe, Argumente: Warum sollte ein Geselle zu dir wechseln?1 Gespräch
2. InhaltVideo drehen oder Fotos aus dem Betrieb, Anzeigentexte in mehreren Varianten1 bis 2 Wochen
3. LandingpageSeite mit Stelle, Team, Benefits und Kurzbewerbung am Handyparallel zu Schritt 2
4. StartAnzeigen laufen in der Region, Budget und Zielgruppe stehenTag 1
5. BewerbungenRückruf binnen 24 Stunden, Kennenlernen, Probearbeitab den ersten Tagen
6. AuswertungWelche Anzeige bringt passende Bewerbungen? Nachsteuern oder stoppenlaufend

Wie schnell das gehen kann, zeigen zwei Erfahrungsberichte: Jürgen Wilbertz von der Tischlerei Wilbertz hatte schon am Tag nach dem Start mehrere Bewerber und stellte nach 30 Tagen einen Tischler ein. Jan Ningelgen von Ningelgen Markisen hatte nach 48 Stunden 15 Bewerbungen und nach 14 Tagen eine neue Bürofachkraft. Beide Videos stehen auf der Seite Case Studies.

Was kostet eine Recruiting-Kampagne?

Marktüblich 2.000 bis 4.000 Euro pro Einstellung, wenn man alle Kostenblöcke zusammenrechnet: Werbebudget, Erstellung von Video und Landingpage und die Dienstleistung. Den größten laufenden Posten macht das Werbebudget aus, das direkt an Meta geht.

500 bis 800 €

Marktübliches monatliches Werbebudget pro Social-Recruiting-Kampagne

Quelle: heylead-Marktanalyse Social-Recruiting-Anbieter

10 bis 25 €

Marktüblicher Werbekosten-Anteil pro Bewerbung im Social Recruiting

Quelle: heylead-Marktanalyse Social-Recruiting-Anbieter

2.000 bis 4.000 €

Marktübliche Gesamtkosten pro Einstellung im Social Recruiting

Quelle: heylead-Marktanalyse Social-Recruiting-Anbieter

Zum Vergleich: Eine Personalvermittlung kostet für einen Gesellen mit 42.000 Euro Jahresgehalt 10.500 bis 14.700 Euro, und zwar bei jeder Einstellung neu. Eine Kampagne hinterlässt dagegen Video, Landingpage und Erfahrungswerte, die beim nächsten Mal wieder genutzt werden. Die ausführliche Rechnung steht im Ratgeber Was kostet Social Recruiting?, der Vergleich aller Wege in Mitarbeiter finden: 7 Wege im Vergleich.

Was kostet ein Recruiting-Video?

Zwischen 0 Euro und mehr als 18.000 Euro, je nachdem, wer dreht. Für Handwerksbetriebe nennen Filmproduktionen meist 3.500 bis 7.000 Euro für ein professionelles Recruiting-Video, aufwendige Arbeitgeberfilme mit mehreren Drehtagen liegen bei 10.000 bis 18.000 Euro netto. Für Anzeigen auf Instagram und Facebook ist der teuerste Film aber nicht automatisch der beste.

VarianteKostenStärkeSchwäche
Smartphone, selbst gedreht0 € plus Zeitauthentisch, schnell, beliebig oft wiederholbarTon und Licht oft schwach, braucht etwas Übung
Smartphone mit Anleitung oder Dienstleister vor Ortmeist Teil der Kampagneecht und trotzdem sauber geschnitten, im Feed-Formatein halber Tag im Betrieb nötig
Recruiting-Video vom Filmteam (Handwerk)3.500 bis 7.000 €hochwertig, auch für Website und Messewirkt im Feed schnell wie Werbung, Kürzung fürs Hochformat nötig
Arbeitgeberfilm einer Agentur10.000 bis 18.000 € nettoImagefilm mit mehreren Drehtagenfür eine einzelne Stelle meist überdimensioniert

Preise: Anbieterangaben der Filmproduktionen feinfilm (Handwerksbetriebe) und roccfilm (Recruitingfilme, netto), abgerufen im Oktober 2026. Die Spanne hängt vor allem an Drehtagen, Teamgröße, Drohnenaufnahmen und der Zahl der Schnittfassungen.

Was macht ein gutes Recruiting-Video aus?

Echtheit schlägt Hochglanz. Ein gutes Recruiting-Video zeigt in unter 60 Sekunden echte Menschen aus deinem Betrieb, die in ihren eigenen Worten sagen, warum sie gern dort arbeiten. Es ist für das Handy gemacht, funktioniert auch ohne Ton und sagt am Ende klar, was der nächste Schritt ist. 7 Regeln aus der Praxis:

  1. Hochkant drehen (9:16). Die meisten sehen das Video auf dem Handy im Feed oder in Stories. Ein Querformat-Imagefilm verschenkt dort die Hälfte des Bildschirms.
  2. Die ersten 2 Sekunden entscheiden. Kein Logo-Intro, sondern direkt eine Person und ein Satz wie "Wir suchen einen Elektriker, der keine Lust mehr auf Dauer-Überstunden hat".
  3. Untertitel einbrennen. Viele schauen im Feed ohne Ton. Ohne Untertitel versteht dann niemand, worum es geht.
  4. Mitarbeiter sprechen lassen, nicht nur den Chef. Ein Geselle, der sagt, dass um 16 Uhr Feierabend ist, ist glaubwürdiger als jeder Text.
  5. Den echten Alltag zeigen. Baustelle, Werkstatt, Fahrzeug, Pausenraum. Auch das, was nicht perfekt ist, schafft Vertrauen.
  6. Konkret statt Floskeln. "Feierabend um 16 Uhr, Firmenwagen ab dem ersten Tag" statt "familiäres Arbeitsklima und attraktive Vergütung".
  7. Klarer letzter Satz. "Bewirb dich in 2 Minuten, ohne Lebenslauf" mit dem Link zur Kurzbewerbung.

Der Jobtitel gehört ins Bild

Schreib die Stelle mit (m/w/d) gut lesbar ins Video oder ins erste Bild der Anzeige, zum Beispiel "Elektroniker (m/w/d) in Bonn". Wer im Feed scrollt, entscheidet in einer Sekunde, ob ihn das betrifft.

Was bringt eine Recruiting-Kampagne? Beispiele aus dem Handwerk

In den dokumentierten Kampagnen für Handwerksbetriebe kamen meist 10 bis 40 Bewerbungen zusammen, und jede dieser Kampagnen endete mit mindestens einer Einstellung. Entscheidend ist nicht die Zahl der Bewerbungen, sondern ob die passende Person dabei ist. Ausgewählte Ergebnisse aus heylead-Kampagnen:

BetriebBrancheBewerbungenEingestellt
Tischlerei WilbertzTischlerei121 Tischler mit CNC-Erfahrung, nach 30 Tagen
ChristeynsElektrotechnik394 Elektroniker
Bedachungen BenderDachdecker211 Dachdecker und 1 Bürokraft
Bracht & HofmeisterBodenbeläge221 Bodenleger
Niederrhein MotoKFZ161 KFZ-Techniker-Meister
Michel CNC TechnikFertigung291 Industriemechaniker und 1 Sachbearbeiter

Quelle: heylead-Kampagnenergebnisse, alle Fälle auf der Seite Case Studies. Ergebnisse einzelner Kampagnen, kein garantierter Durchschnitt: Wie viele Bewerbungen kommen, hängt von Beruf, Region, Arbeitgeberangebot und davon ab, wie schnell der Betrieb auf Bewerbungen reagiert. Wie solche Kampagnen für einzelne Gewerke aussehen, zeigen die Seiten zu Elektrikern, Dachdeckern und Tischlern.

Woran scheitern Recruiting-Kampagnen?

Selten an den Anzeigen, meistens am Weg danach. Die häufigsten Gründe für eine Kampagne ohne Einstellung sind ein zu langes Bewerbungsformular und eine zu langsame Rückmeldung. Wer eine Bewerbung 5 Tage liegen lässt, hat für sie bezahlt und den Kandidaten trotzdem verloren.

  • Lange Formulare: Lebenslauf-Upload und Anschreiben am Handy schrecken genau die Fachkräfte ab, die nicht aktiv suchen.
  • Langsame Rückmeldung: Anrufen am selben oder am nächsten Tag, nicht nach einer Woche.
  • Stockfotos und Floskeln: Lachende Models im Blaumann erkennt jeder sofort, und "familiäres Team" schreibt jeder.
  • Zu kurz oder zu wenig Budget: Eine Kampagne, die nach 5 Tagen gestoppt wird, hat nicht genug Daten zum Nachsteuern.
  • Angebot passt nicht zum Markt: Wenn Lohn oder Arbeitszeiten deutlich unter dem Ort liegen, hilft das beste Video nur begrenzt.

Wenn bisher auf deine Anzeigen gar nichts kam, stehen die 5 typischen Ursachen im Ratgeber Keine Bewerber auf die Stellenanzeige?. Und damit die neuen Leute auch bleiben, hilft der Ratgeber Mitarbeiterbindung im Handwerk.

Fazit

Eine Recruiting-Kampagne erreicht die Fachkräfte, die keine Jobportale öffnen, und das Recruiting-Video ist dabei ihr wichtigster Baustein. Entscheidend ist nicht der teuerste Film, sondern ein echtes, hochkant gedrehtes Video mit deinen Leuten, eine Bewerbung in 2 Minuten und ein Rückruf binnen 24 Stunden. Marktüblich kostet eine Einstellung so 2.000 bis 4.000 Euro, deutlich weniger als eine Personalvermittlung. heylead baut solche Kampagnen für Handwerksbetriebe mit der Perfect Match Methode®: Video, Landingpage, Anzeigen und Vorqualifizierung aus einer Hand, damit Bewerber kommen, die fachlich und menschlich passen. Wie das für deinen Betrieb aussehen kann, klären wir im Erstgespräch.

Häufige Fragen

Wie lange sollte ein Recruiting-Video sein?

Für Anzeigen auf Instagram und Facebook 15 bis 60 Sekunden, die wichtigste Botschaft in den ersten 2 Sekunden. Längere Fassungen von 1 bis 3 Minuten eignen sich für die Karriereseite oder die Landingpage, wo sich Interessierte bewusst Zeit nehmen.

Kann ich ein Recruiting-Video selbst mit dem Handy drehen?

Ja, für Social Media oft sogar besser als ein Hochglanzfilm. Wichtig sind ruhiges Licht, guter Ton (ein Ansteckmikrofon kostet wenig), Hochformat und Untertitel. Am wichtigsten ist, dass echte Mitarbeiter in eigenen Worten sprechen.

Wie lange sollte eine Recruiting-Kampagne laufen?

Mindestens 4 Wochen, damit genug Daten zum Nachsteuern entstehen. Erste Bewerbungen kommen oft in den ersten Tagen, Einstellungen meist nach 4 bis 8 Wochen. Bei wiederkehrendem Bedarf lohnt es sich, eine funktionierende Kampagne immer wieder zu starten.

Auf welchen Plattformen läuft eine Recruiting-Kampagne für Handwerker?

Vor allem auf Facebook und Instagram, weil dort Fachkräfte jeden Alters täglich unterwegs sind und sich die Anzeigen genau auf eine Region ausspielen lassen. TikTok kann für Azubis interessant sein, für Gesellen und Meister sind Facebook und Instagram meist der stärkere Kanal.

Brauche ich für eine Recruiting-Kampagne eine Karriereseite?

Nein, eine eigene Landingpage pro Stelle reicht und funktioniert meist sogar besser. Sie zeigt nur diese eine Stelle, das Team und eine Kurzbewerbung am Handy, ohne Ablenkung durch das restliche Firmenangebot.

Regionale Exklusivität

Ist deine Region und deine Stelle noch frei?

Wir arbeiten pro Region und Branche nur mit einem Betrieb, ob Handwerk oder Mittelstand. Im Erstgespräch prüfen wir ehrlich, ob dein Platz noch offen ist, und rechnen die Kosten transparent vor.

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Christian Köhn

Christian Köhn

Gründer, heylead GmbH

Christian baut mit heylead Social-Recruiting-Systeme für Handwerks- und Mittelstandsbetriebe. Sein Fokus: passende Fachkräfte statt voller Inbox, mit der Perfect Match Methode® und regionaler Exklusivität.

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