Was kosten Leiharbeiter wirklich? Die ehrliche Rechnung für Handwerksbetriebe
Wenn die Auftragsbücher voll sind und die Stelle seit Monaten offen ist, greifen viele Betriebe zur Zeitarbeit. Verständlich, aber die wenigsten rechnen ehrlich nach, was der Leiharbeiter am Jahresende gekostet hat. Hier ist die komplette Rechnung: Stundensatz, Monats- und Jahreskosten, die versteckten Posten, und ab wann sich der Wechsel zur eigenen Fachkraft rechnet.

Inhalt dieses Artikels
Was kostet ein Leiharbeiter pro Stunde?
Zeitarbeitsfirmen rechnen mit einem Verrechnungssatz: üblicherweise das 1,8- bis 2,5-Fache des Brutto-Stundenlohns, den die Fachkraft bekommt. Verdient ein Geselle 20 € pro Stunde, zahlst du als Betrieb also 36 bis 50 € pro Stunde an die Zeitarbeitsfirma. Bei gefragten Gewerken wie Elektro oder SHK und kurzen Einsätzen liegt der Faktor eher am oberen Ende.
Faktor 1,8 bis 2,5
Üblicher Verrechnungssatz in der Zeitarbeit (vom Brutto-Stundenlohn)
Quelle: Branchenübliche Konditionen Arbeitnehmerüberlassung
Warum ist der Verrechnungssatz so hoch?
Der Faktor ist keine reine Marge. Die Zeitarbeitsfirma trägt Kosten, die du als Entleiher nicht siehst:
- Lohnnebenkosten der Zeitarbeitsfirma als Arbeitgeber (Sozialversicherung, Umlagen, Berufsgenossenschaft).
- Bezahlte Nicht-Einsatzzeiten: Urlaub, Krankheit und Leerlauf zwischen 2 Einsätzen zahlt die Zeitarbeitsfirma weiter.
- Equal Pay und Branchenzuschläge: Nach 9 Monaten im selben Betrieb steht dem Leiharbeiter gesetzlich der gleiche Lohn zu wie der Stammbelegschaft, in vielen Branchen greifen Zuschläge schon früher. Das treibt den Satz bei längeren Einsätzen.
- Verwaltung und Marge: Disposition, Rekrutierung und der Gewinn der Zeitarbeitsfirma.
Was kostet ein Leiharbeiter im Monat und im Jahr?
Die ehrliche Vollkosten-Rechnung für eine Vollzeitkraft (rund 167 Stunden pro Monat), verglichen mit einer eigenen Fachkraft bei identischem Stundenlohn von 20 €:
| Leiharbeiter | Eigene Fachkraft | |
|---|---|---|
| Kosten pro Stunde | 36 bis 50 € (Verrechnungssatz) | ca. 25 € (Lohn + ~25 % Arbeitgeberanteile) |
| Kosten pro Monat | 6.000 bis 8.300 € | ca. 4.200 € |
| Kosten pro Jahr | 72.000 bis 100.000 € | ca. 50.000 € |
| Mehrkosten pro Jahr | 20.000 bis 45.000 € |
Wichtig zur Einordnung
Die Rechnung unterstellt durchgehenden Einsatz. Genau dafür ist Zeitarbeit aber nicht gedacht: Ihre Stärke ist die Flexibilität bei Spitzen. Wer einen Leiharbeiter 12 Monate durchbeschäftigt, nutzt das teuerste Werkzeug für eine Daueraufgabe.
Welche versteckten Kosten kommen bei Zeitarbeit dazu?
- Wiederholte Einarbeitung. Jeder neue Leiharbeiter braucht Einweisung in Baustelle, Abläufe und Sicherheit, bei wechselnden Kräften zahlst du das immer wieder.
- Produktivitäts-Lücke. Eine eingespielte Stammkraft kennt deine Kunden, dein Material und deine Qualitätsansprüche. Der Unterschied steht auf keiner Rechnung, aber in jedem Aufmaß.
- Übernahme-Provision. Willst du einen guten Leiharbeiter fest übernehmen, wird je nach Vertrag und Einsatzdauer eine Vermittlungsprovision fällig, oft 1 bis 2 Bruttomonatsgehälter oder mehr.
- Team-Effekt. Stammkräfte, die dauerhaft neben teureren Leiharbeitern arbeiten, stellen irgendwann die Gerechtigkeitsfrage.
Wann lohnt sich Zeitarbeit im Handwerk?
Zeitarbeit ist nicht per se schlecht, sie wird nur oft falsch eingesetzt. Die ehrliche Abgrenzung:
- Sinnvoll: Auftragsspitzen über 4 bis 12 Wochen, Krankheits- und Elternzeit-Vertretungen, Projekte mit klarem Ende. Hier kauft der Aufpreis echte Flexibilität.
- Teurer Irrweg: Eine dauerhaft offene Stelle monatelang mit Zeitarbeit überbrücken, weil keine Bewerbungen kommen. Dann zahlst du den Flexibilitäts-Aufpreis für ein Problem, das eigentlich ein Recruiting-Problem ist.
Der zweite Fall ist im Handwerk der häufigste, und er ist kein Zufall: In Engpass-Gewerken bleibt eine Stelle im Schnitt rund 250 Tage offen, da wirkt die Zeitarbeitsfirma wie die Rettung. Warum über Stellenanzeigen niemand kommt, liegt aber am Kanal, nicht am Markt, die Details dazu im Ratgeber Fachkräftemangel im Handwerk.
~250 Tage
Ø Vakanzzeit in Engpass-Handwerksberufen (z.B. SHK, Bauelektrik)
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse
Die Alternative: eigene Fachkraft über Social Recruiting
Setzen wir die Zahlen nebeneinander. Ein Jahr Leiharbeiter kostet 20.000 bis 45.000 € mehr als eine eigene Fachkraft. Eine Einstellung über Social Recruiting kostet einmalig 1.500 bis 3.000 € und die Stelle ist mit der Perfect Match Methode® im Schnitt in 29 Tagen besetzt, mit jemandem, der bleiben will, statt weitergereicht zu werden.
Quelle: heylead-Marktanalyse 2026, branchenübliche Konditionen
1.500 bis 3.000 €
Marktübliche Gesamtkosten pro Einstellung im Social Recruiting
Quelle: heylead-Marktanalyse Social-Recruiting-Anbieter
Was Social Recruiting im Detail kostet und welche Preismodelle es gibt, steht transparent im Ratgeber Was kostet Social Recruiting?. Und dass das keine Theorie ist, zeigen die Case Studies mit 28 echten Kampagnen.
Fazit
Leiharbeiter kosten das 1,8- bis 2,5-Fache des Stundenlohns, und das ist für kurze Spitzen völlig in Ordnung. Teuer wird Zeitarbeit, wenn sie zur Dauerlösung für eine Stelle wird, die eigentlich besetzt gehört: Dann stehen 20.000 bis 45.000 € Mehrkosten pro Jahr gegen einmalig 1.500 bis 3.000 € fürs Recruiting. Rechne beides für deine Situation durch, die Antwort ist meistens eindeutig.
Du willst wissen, ob deine offene Stelle in 29 Tagen besetzbar ist? Vereinbare ein Erstgespräch, wir geben dir eine ehrliche Einschätzung für dein Gewerk und deine Region.
Häufige Fragen
Was kostet ein Leiharbeiter pro Stunde?
Üblicherweise das 1,8- bis 2,5-Fache des Brutto-Stundenlohns der Fachkraft. Bei 20 € Stundenlohn zahlt der Betrieb also 36 bis 50 € pro Stunde an die Zeitarbeitsfirma, in Engpass-Gewerken eher am oberen Ende.
Warum sind Leiharbeiter so teuer?
Im Verrechnungssatz stecken die Lohnnebenkosten der Zeitarbeitsfirma, bezahlte Nicht-Einsatzzeiten (Urlaub, Krankheit, Leerlauf), Equal-Pay- und Branchenzuschläge bei längeren Einsätzen sowie Verwaltung und Marge.
Kann ich einen Leiharbeiter fest übernehmen?
Ja, aber je nach Vertrag und bisheriger Einsatzdauer verlangt die Zeitarbeitsfirma eine Vermittlungsprovision, oft 1 bis 2 Bruttomonatsgehälter oder mehr. Nach längerer Einsatzdauer sinkt die Provision in vielen Verträgen.
Was ist günstiger: Leiharbeiter oder eigener Mitarbeiter?
Bei dauerhaftem Bedarf immer der eigene Mitarbeiter: Ein Vollzeit-Leiharbeiter kostet aufs Jahr 20.000 bis 45.000 € mehr als eine eigene Fachkraft mit gleichem Stundenlohn. Zeitarbeit lohnt sich nur für kurzfristige Spitzen und Vertretungen.
Wie schnell bekomme ich eine eigene Fachkraft als Alternative?
Über Social Recruiting ist eine Fachkraft-Stelle im Handwerk im Schnitt in 29 Tagen besetzt (heylead Perfect Match Methode®), bei einmaligen Kosten von marktüblich 1.500 bis 3.000 € pro Einstellung.
Hör auf, den Flexibilitäts-Aufpreis dauerhaft zu zahlen.
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