Personalvermittlung: Kosten, Ablauf und wann sie sich wirklich lohnt
Wenn die Stelle seit Wochen offen ist, ruft irgendwann eine Personalvermittlung an und verspricht den fertigen Kandidaten. Klingt nach der einfachen Lösung, und für manche Positionen ist sie es auch. Nur zahlst du dafür einen Preis, den die wenigsten vorher durchrechnen: eine Provision von einem Viertel bis einem Drittel des Jahresgehalts, fällig pro Kopf, jedes Mal neu.
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Was ist Personalvermittlung?
Personalvermittlung bedeutet, dass ein externer Dienstleister für dich eine passende Fachkraft sucht, vorauswählt und vorstellt, die du anschließend fest in deinem Betrieb anstellst. Der Vermittler wird dafür mit einer Provision bezahlt. Der entscheidende Unterschied zur Zeitarbeit: Die Person hat ihren Arbeitsvertrag bei dir, nicht bei einem Verleiher, sie ist dein eigener Mitarbeiter.
Damit grenzt sich die Personalvermittlung klar von zwei Nachbarn ab. Bei der Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) mietest du eine Kraft nur auf Zeit, der Vertrag bleibt beim Verleiher, die Regeln dazu stehen im Ratgeber Arbeitnehmerüberlassung. Ein Personalvermittler wird oft mit einem Headhunter in einen Topf geworfen, gemeint ist meist dasselbe Grundprinzip: ein Kopf gegen Provision, danach beginnt die Suche von vorn.
Wie funktioniert Personalvermittlung?
In der Regel in fünf Schritten, und bezahlt wird meist erst am Ende. Du beauftragst den Vermittler mit einem Profil, er sucht und spricht Kandidaten an, stellt dir eine Vorauswahl vor, du führst die Gespräche selbst, und erst wenn du jemanden einstellst, wird die Provision fällig. Dieses erfolgsbasierte Modell ist im Mittelstand der Normalfall.
- Briefing: Du beschreibst Stelle, Anforderungen und Rahmen, der Vermittler leitet daraus ein Suchprofil ab.
- Suche und Ansprache: Der Vermittler durchsucht seinen Pool und Netzwerke und spricht passende Kandidaten an, auch fest angestellte.
- Vorauswahl: Du bekommst eine Handvoll geprüfter Profile statt eines vollen Postfachs.
- Auswahl: Die Vorstellungsgespräche und die Entscheidung führst du selbst, der Vermittler koordiniert.
- Einstellung und Provision: Unterschreibt der Kandidat, wird die vereinbarte Provision fällig, oft mit einer Nachbesetzungsgarantie für die ersten Monate.
Was kostet Personalvermittlung?
Der übliche Preis ist eine Provision von 25 bis 35 Prozent des Bruttojahresgehalts der vermittelten Kraft. Bei einer Fachkraft mit 45.000 Euro Jahresgehalt sind das rund 11.000 bis 16.000 Euro, fällig für diese eine Einstellung. Bei Führungspositionen und über exklusive Mandate kann der Satz höher liegen.
25 bis 35 %
Übliche Headhunter-/Personalvermittler-Provision (vom Bruttojahresgehalt)
Quelle: Branchenübliche Konditionen Personalvermittlung
Wichtig für die eigene Kalkulation sind zwei Punkte, die im Angebot gern klein stehen. Erstens die Bemessungsgrundlage: Manche rechnen auf das Grundgehalt, andere auf das Zieleinkommen inklusive Boni und Zulagen, das verschiebt die Summe deutlich. Zweitens die Garantie: Springt der Kandidat in den ersten Monaten ab, sollte der Vermittler kostenfrei nachbesetzen oder anteilig erstatten. Lass dir beides schriftlich geben, bevor du unterschreibst.
Ein Zuschuss, den viele übersehen
Für die Vermittlung von arbeitslos gemeldeten Personen kann ein Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein der Agentur für Arbeit die Vermittlungskosten ganz oder teilweise übernehmen. Das lohnt den Blick, wenn die passende Person gerade zwischen zwei Jobs steht.
Welche Arten der Personalvermittlung gibt es?
Vier Modelle sind gängig. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wann und wofür du zahlst und wie exklusiv der Auftrag ist:
| Modell | Prinzip | Bezahlung |
|---|---|---|
| Erfolgsbasiert | Provision nur bei erfolgreicher Einstellung | Nach Einstellung, kein Risiko vorab |
| Exklusiv / Retainer | Alleiniger Suchauftrag, oft für Führungskräfte | In Raten, teils vorab |
| Try and hire | Erst über Zeitarbeit, dann feste Übernahme | Verrechnungssatz plus Übernahmeprovision |
| Öffentlich geförderte Vermittlung | Vermittlung arbeitslos gemeldeter Personen | Ganz oder teilweise über Vermittlungsgutschein |
Für den Mittelstand ist das erfolgsbasierte Modell der Normalfall, weil kein Geld fließt, solange niemand eingestellt wird. Das klingt risikofrei, hat aber eine Kehrseite: Der Vermittler verdient nur beim Abschluss, also drängt die Logik zur schnellen Besetzung, nicht immer zur besten.
Wann lohnt sich Personalvermittlung?
Immer dann, wenn du eine Position selten und einmalig besetzt und der eigene Aufbau eines Suchwegs sich nicht rechnet. Für eine hoch spezialisierte Rolle, eine Führungsposition oder eine Stelle, die du vielleicht alle paar Jahre einmal ausschreibst, ist die einmalige Provision oft die pragmatischste Lösung.
- Sinnvoll: seltene Spezialisten, Führungskräfte, einmaliger oder sehr unregelmäßiger Bedarf, Positionen mit kleinem, klar umrissenem Kandidatenkreis.
- Teurer Irrweg: wiederkehrender Bedarf an derselben Art Fachkraft. Hier zahlst du bei jeder Stelle die volle Provision erneut, und das Können bleibt beim Vermittler, nicht in deinem Betrieb.
Ob Personalvermittlung, Zeitarbeit, Jobbörse oder eigener Bewerberstrom für deine Situation der richtige Weg ist, stellt der Ratgeber Social Recruiting vs. Personalvermittlung, Zeitarbeit und Jobbörse direkt gegenüber. Worauf du bei der Auswahl einer Agentur achten solltest, steht im Ratgeber Recruiting Agentur finden.
Welche Alternativen gibt es zur Personalvermittlung?
Drei Wege stehen daneben. Die Zeitarbeit deckt kurzfristige Spitzen, ist als Dauerlösung aber teuer, die Rechnung steht im Ratgeber Was kosten Leiharbeiter wirklich?. Die Stellenanzeige erreicht nur die aktiv Suchenden und läuft in Engpassberufen oft ins Leere. Und Social Recruiting baut dir einen eigenen Bewerberstrom auf, der bei jedem neuen Bedarf erneut liefert.
Der Kostenunterschied ist der eigentliche Punkt: Wo die Personalvermittlung pro Kopf 11.000 bis 16.000 Euro nimmt, liegt eine Einstellung über den eigenen Bewerberstrom deutlich darunter, und das System bleibt danach dir.
1.500 bis 3.000 €
Marktübliche Gesamtkosten pro Einstellung im Social Recruiting
Quelle: heylead-Marktanalyse Social-Recruiting-Anbieter
29 Tage
Ø Zeit bis zur Einstellung mit der Perfect Match Methode®
Quelle: heylead, interne Auswertung aller Kundenkampagnen
Was der eigene Weg im Detail kostet, rechnet Was kostet Social Recruiting? vor, und wie du Recruiting grundsätzlich als System aufziehst, steht in Mitarbeiter finden im Handwerk und Mittelstand.
Funktioniert Personalvermittlung im Handwerk?
Nur eingeschränkt, und das liegt am Markt, nicht am Vermittler. Personalvermittlung lebt von einem Pool wechselwilliger Kandidaten. Im Handwerk sind die guten Leute aber fest angestellt und suchen nicht aktiv, ein Pool im klassischen Sinn existiert kaum. Deshalb tun sich viele Vermittler bei Gesellen und Meistern schwer, während sie bei Büro- und Führungsrollen liefern.
2 von 3
Beschäftigte, die offen für einen Wechsel sind, aber nicht aktiv suchen
Quelle: Studienlage Wechselbereitschaft (u.a. Gallup Engagement Index, XING/forsa)
Dazu kommt die Rechnung: Bei den im Handwerk üblichen Gehältern ist eine Provision von 25 bis 35 Prozent absolut zwar niedriger als im Management, im Verhältnis zum knappen Ergebnis einer offenen Stelle aber trotzdem spürbar. Und weil der Bedarf im Handwerk selten einmalig ist, zahlst du ihn immer wieder.
~250 Tage
Ø Vakanzzeit in Engpass-Handwerksberufen (z.B. SHK, Bauelektrik)
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse
Genau hier setzt die Perfect Match Methode® an: Statt einen einzelnen Kopf einzukaufen, wird die Stelle dort sichtbar gemacht, wo die Fachkräfte täglich ohnehin sind, und der Bewerbungsweg auf wenige Klicks am Handy verkürzt. Wie das je Gewerk und Region aussieht, zeigen die Seiten fürs Handwerk, etwa für Elektriker, und regional zum Beispiel für Bonn. Dass das keine Theorie ist, belegen die Case Studies mit echten Kampagnenzahlen. Warum klassische Anzeigen davor scheitern, erklärt Keine Bewerbungen auf die Stellenanzeige?, die Marktlage der Fachkräftemangel im Handwerk.
Fazit
Personalvermittlung ist ein sauberes Werkzeug für den einmaligen Bedarf: seltene Spezialisten, Führungskräfte, Positionen mit kleinem Kandidatenkreis. Dafür ist die Provision von 25 bis 35 Prozent ihr Geld wert. Bei wiederkehrendem Bedarf, und besonders im Handwerk, wird sie zur teuersten Dauerlösung, weil du bei jeder Stelle neu zahlst und nichts Eigenes aufbaust. Rechne die Provision gegen einen eigenen Bewerberstrom, und die Antwort hängt allein daran, wie oft du diese Art Stelle besetzt.
Häufige Fragen
Was kostet eine Personalvermittlung?
Üblich ist eine Provision von 25 bis 35 Prozent des Bruttojahresgehalts der vermittelten Fachkraft, meist erfolgsbasiert nach der Einstellung. Bei 45.000 Euro Jahresgehalt sind das rund 11.000 bis 16.000 Euro. Achte auf die Bemessungsgrundlage (Grundgehalt oder Zieleinkommen) und eine Nachbesetzungsgarantie.
Was ist der Unterschied zwischen Personalvermittlung und Zeitarbeit?
Bei der Personalvermittlung stellst du die Fachkraft fest an, sie ist dein eigener Mitarbeiter, und du zahlst einmalig eine Provision. Bei der Zeitarbeit mietest du eine Kraft auf Zeit über einen Verleiher, zahlst laufend einen Verrechnungssatz, und die Person bleibt nicht im Team.
Wie läuft eine Personalvermittlung ab?
In der Regel in fünf Schritten: Briefing, Suche und Ansprache durch den Vermittler, Vorauswahl geprüfter Profile, deine eigenen Vorstellungsgespräche und die Einstellung. Die Provision wird meist erst fällig, wenn du jemanden tatsächlich einstellst.
Wann lohnt sich eine Personalvermittlung?
Vor allem bei seltenen Spezialisten, Führungspositionen und einmaligem Bedarf, bei dem sich der Aufbau eines eigenen Suchwegs nicht rechnet. Bei wiederkehrendem Bedarf ist sie teuer, weil bei jeder Stelle die volle Provision erneut anfällt und dir kein eigenes Recruiting-System bleibt.
Funktioniert Personalvermittlung im Handwerk?
Nur eingeschränkt. Personalvermittlung braucht einen Pool wechselwilliger Kandidaten, im Handwerk sind die guten Leute aber fest angestellt und suchen nicht aktiv. Bei Büro- und Führungsrollen liefern Vermittler, bei Gesellen und Meistern tun sich viele schwer. Für wiederkehrenden Handwerksbedarf ist ein eigener Bewerberstrom meist wirtschaftlicher.
Bei wiederkehrendem Bedarf lohnt sich der eigene Bewerberstrom.
Wenn du dieselbe Art Stelle öfter besetzt, prüfen wir in 10 Minuten, ob sich statt der Provision pro Kopf ein eigenes System rechnet, ehrlich und mit konkretem Preis für dein Gewerk und deine Region.
Erstgespräch vereinbarenWir sagen dir auch, wann die Vermittlung der bessere Weg ist. Bei seltenen Spezialisten kommt das vor.



