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Ab welchem Stundenlohn lohnt sich Zeitarbeit für deinen Betrieb?

Die Frage klingt nach einer Lohnrechnung, ist aber in Wahrheit eine Zeitrechnung. Wer wissen will, ab welchem Stundenlohn sich Zeitarbeit lohnt, sucht meistens den Punkt, an dem der Aufschlag der Zeitarbeitsfirma zu teuer wird. Und dieser Punkt hängt kaum am Stundenlohn und fast vollständig an der Einsatzdauer.

Christian KöhnChristian KöhnGründer, heylead GmbH
9. September 2026 8 Min. Lesezeit Geprüft vom heylead-Team
Meister rechnet an einer Werkbank durch, ob sich eine Leihkraft für den Auftrag noch lohntKI-Bild
Inhalt dieses Artikels
  1. 1.Ab welchem Stundenlohn lohnt sich Zeitarbeit noch?
  2. 2.Warum entscheidet die Einsatzdauer und nicht der Lohn?
  3. 3.Wo liegt die Break-even-Grenze konkret?
  4. 4.Wie rechne ich meinen eigenen Kipppunkt aus?
  5. 5.Für wen lohnt sich Zeitarbeit trotz hoher Stundenlöhne?
  6. 6.Was ist die Alternative, wenn die Stelle dauerhaft offen ist?
  7. 7.Fazit

Ab welchem Stundenlohn lohnt sich Zeitarbeit noch?

Bei jedem. Die Frage führt in die Irre, denn der Stundenlohn ist nicht die Stellschraube. Zeitarbeitsfirmen rechnen mit einem Faktor auf den Brutto-Stundenlohn, üblicherweise dem 1,8- bis 2,5-Fachen. Ob deine Fachkraft 15 € oder 28 € verdient, der prozentuale Aufschlag bleibt gleich. Was wirklich über Lohnen oder Draufzahlen entscheidet, ist die Dauer des Einsatzes.

Faktor 1,8 bis 2,5

Üblicher Verrechnungssatz in der Zeitarbeit (vom Brutto-Stundenlohn)

Quelle: Branchenübliche Konditionen Arbeitnehmerüberlassung

Deshalb ist die ehrliche Antwort auf die Suchfrage nicht ein Lohnbetrag, sondern eine Zeitspanne. Für einen 4-Wochen-Einsatz lohnt sich Zeitarbeit bei fast jedem Stundenlohn, weil du echte Flexibilität kaufst. Für eine Stelle, die seit einem halben Jahr offen ist, lohnt sie sich bei keinem, weil du den Flexibilitäts-Aufschlag für ein Dauerproblem zahlst. Die vollständige Kostenaufstellung pro Stunde, Monat und Jahr steht im Ratgeber Was kosten Leiharbeiter wirklich?.

Warum entscheidet die Einsatzdauer und nicht der Lohn?

Weil der Aufschlag prozentual ist, der Nutzen aber zeitlich. Der Faktor 1,8 bis 2,5 kauft dir eine einzige Sache: die Freiheit, die Kraft ohne Kündigungsschutz wieder abzugeben. Dieser Wert ist bei kurzen Einsätzen real und bei langen wertlos, denn eine Stelle, die du dauerhaft brauchst, willst du gar nicht kurzfristig loswerden.

Der Stundenlohn verschiebt den Kipppunkt sogar in die andere Richtung, als die meisten vermuten: Je höher der Lohn, desto früher lohnt sich die eigene Einstellung. Bei 30 € Stundenlohn und Faktor 2,2 zahlst du 66 € pro Stunde statt 30 € bei eigener Fachkraft, der Euro-Aufschlag ist also fast doppelt so groß wie bei 15 € Lohn. Wer gut zahlende Gewerke wie Elektro oder Anlagenmechanik SHK über Zeitarbeit dauerhaft abdeckt, verbrennt entsprechend mehr.

Wo liegt die Break-even-Grenze konkret?

Rund um die 8. bis 12. Woche. Bis dahin ist Zeitarbeit meist die günstigere und flexiblere Wahl. Ab etwa 3 Monaten Dauerbedarf liegt die eigene Fachkraft vorn, selbst wenn du die einmaligen Recruiting-Kosten voll einrechnest. Hier die Gegenüberstellung bei 20 € Stundenlohn, Faktor im Mittel, Vollzeit:

EinsatzdauerLeiharbeiterEigene Fachkraft (inkl. Recruiting)Günstiger
4 Wochen6.000 bis 8.300 €Stelle erst nach ~29 Tagen besetztZeitarbeit
3 Monate18.000 bis 24.900 €ca. 14.850 €Eigene Fachkraft
6 Monate36.000 bis 49.800 €ca. 27.450 €Eigene Fachkraft
12 Monate72.000 bis 100.000 €ca. 52.250 €Eigene Fachkraft

Lesart: Die eigene Fachkraft rechnet mit rund 4.200 € Vollkosten im Monat plus einmalig 1.500 bis 3.000 € fürs Recruiting. Der Leiharbeiter rechnet mit dem Verrechnungssatz durchgehend. Schon im dritten Monat liegen zwischen beiden Wegen mehrere tausend Euro, und der Abstand wächst mit jedem weiteren Monat.

Warum 4 Wochen trotzdem an die Zeitarbeit gehen

Eine eigene Fachkraft steht nicht sofort auf der Baustelle. Über Social Recruiting dauert die Besetzung im Schnitt 29 Tage. Für einen echten 4-Wochen-Engpass ist Zeitarbeit deshalb das richtige Werkzeug, hier kaufst du Zeit, die du sonst nicht hast.

Wie rechne ich meinen eigenen Kipppunkt aus?

Die Tabelle oben rechnet mit 20 € Stundenlohn und einem mittleren Faktor. Dein Geselle verdient wahrscheinlich etwas anderes, und deine Zeitarbeitsfirma rechnet mit ihrem eigenen Satz. Stell hier deine Zahlen ein, dann siehst du, ab welcher Dauer die Rechnung für deinen Betrieb kippt.

Rechne es für deinen Betrieb durch

Stell deine Zahlen ein. Verglichen wird eine Vollzeitstelle bei gleichem Stundenlohn, mit 167 Stunden im Monat.

20 €

Was die Fachkraft selbst pro Stunde bekommt.

Faktor 2,1

Üblich sind 1,8 bis 2,5. Macht 42 € pro Stunde für dich.

12 Monate

Länger als ein paar Wochen? Dann ist es kein Engpass, sondern eine offene Stelle.

Leiharbeiter über 12 Monate
84.168 €
Eigene Fachkraft im gleichen Zeitraum
50.100 €

Deine Mehrkosten durch Zeitarbeit

34.068 €

Das sind 2.839 € pro Monat, die du drauflegst, ohne dass die Stelle danach besetzt ist.

Schon nach 3,4 Wochen Zeitarbeit hast du mehr draufgezahlt, als die Besetzung dieser Stelle über Social Recruiting einmalig kostet (1.500 bis 3.000 €). Alles danach ist Aufpreis für eine Stelle, die weiterhin offen ist.

Stelle statt Zeitarbeit besetzen

Annahmen: 167 Stunden pro Monat, 25 Prozent Arbeitgeberanteile auf den eigenen Lohn, 2.250 € als Mittelwert der Einstellungskosten über Social Recruiting (Spanne 1.500 bis 3.000 Euro). Ohne Übernahmeprovision und ohne die Kosten wiederholter Einarbeitung.

Ein Blick lohnt besonders bei längeren Einsätzen auf das gesetzliche Kleingedruckte: Ab dem neunten Monat im selben Betrieb steht der Leihkraft das gleiche Entgelt wie deinen Stammkräften zu, der Verrechnungssatz steigt dann noch einmal. Was das AÜG sonst noch vorschreibt, von der 18-Monats-Grenze bis zum Bau-Verbot, steht im Pillar Arbeitnehmerüberlassung: Was Betriebe wissen müssen.

nach 9 Monaten

Ab wann Leiharbeitnehmern gleiches Entgelt zusteht

Quelle: § 8 Abs. 4 AÜG

Für wen lohnt sich Zeitarbeit trotz hoher Stundenlöhne?

Für alle, die wirklich Flexibilität brauchen statt eine Dauerstelle zu überbrücken. Bei diesen Fällen ist der Aufschlag sein Geld wert, egal wie hoch der Stundenlohn ist:

  • Auftragsspitzen über 4 bis 12 Wochen, bei denen du hinterher sicher keine zusätzliche Kraft mehr brauchst.
  • Krankheits- und Elternzeit-Vertretungen mit klarem Enddatum.
  • Projekte mit fixem Termin, etwa eine Großbaustelle über den Sommer.
  • Helfertätigkeiten ohne langen Einarbeitungsbedarf, bei denen wechselnde Köpfe kaum Reibung erzeugen.

Der Haken: Genau dieser Pool passt selten zum Handwerksbedarf. Mehr als jeder zweite Leiharbeitnehmende übt eine Helfertätigkeit aus, wer einen Gesellen mit Abschluss sucht, fischt im falschen Teich.

55 %

Anteil Helfertätigkeiten unter Leiharbeitnehmenden

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt, Entwicklungen in der Zeitarbeit, Nürnberg, Januar 2026

Was ist die Alternative, wenn die Stelle dauerhaft offen ist?

Wenn dein Kipppunkt zeigt, dass du die Stelle länger als 2 bis 3 Monate brauchst, ist Zeitarbeit die teuerste aller Optionen. Der eigentliche Grund, warum viele Betriebe trotzdem dabei bleiben, ist kein Kostenproblem, sondern ein Kanalproblem: Auf die Stellenanzeige kommt niemand, und die Zeitarbeitsfirma wirkt wie die letzte Rettung.

~250 Tage

Ø Vakanzzeit in Engpass-Handwerksberufen (z.B. SHK, Bauelektrik)

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse

Woran das liegt, steht im Ratgeber Keine Bewerbungen auf die Stellenanzeige?, die Marktlage dahinter im Fachkräftemangel im Handwerk. Der Ausweg ist, die Stelle dort sichtbar zu machen, wo die Fachkräfte ohnehin täglich sind, statt zu warten, bis jemand die Anzeige findet. Genau das leistet die Perfect Match Methode®.

29 Tage

Ø Zeit bis zur Einstellung mit der Perfect Match Methode®

Quelle: heylead, interne Auswertung aller Kundenkampagnen

Eine Einstellung über Social Recruiting kostet einmalig 1.500 bis 3.000 € und besetzt die Stelle mit jemandem, der bleiben will, statt weitergereicht zu werden. Ob dieser Weg günstiger ist als die Personalvermittlung, führt der Ratgeber Social Recruiting vs. Personalvermittlung offen durch, und was der eigene Weg im Detail kostet, rechnet Was kostet Social Recruiting? vor. Wie das je Gewerk und Region aussieht, zeigen die Seiten für Elektriker oder Bonn, die echten Zahlen die Case Studies.

1.500 bis 3.000 €

Marktübliche Gesamtkosten pro Einstellung im Social Recruiting

Quelle: heylead-Marktanalyse Social-Recruiting-Anbieter

Fazit

Die Frage nach dem Stundenlohn ist die falsche Frage. Zeitarbeit lohnt sich nach Dauer, nicht nach Lohn: bis rund 8 Wochen fast immer, ab etwa 3 Monaten Dauerbedarf fast nie. Je höher der Lohn, desto früher kippt die Rechnung zur eigenen Fachkraft, nicht später. Rechne deinen eigenen Kipppunkt mit dem Rechner oben durch, und wenn er über der 3-Monats-Marke liegt, ist die ehrlichere Lösung die eigene Kraft, nicht die nächste Leihkraft.

Häufige Fragen

Ab welchem Stundenlohn wird Zeitarbeit zu teuer?

Der Stundenlohn ist nicht der ausschlaggebende Faktor, weil der Verrechnungssatz ein Vielfaches des Lohns ist und prozentual gleich bleibt. Zu teuer wird Zeitarbeit über die Dauer: ab etwa 3 Monaten Dauerbedarf ist die eigene Fachkraft günstiger, unabhängig vom Lohnniveau.

Lohnt sich Zeitarbeit bei hohen Stundenlöhnen mehr oder weniger?

Weniger. Da der Aufschlag ein Faktor auf den Lohn ist, wächst der absolute Euro-Betrag mit dem Stundenlohn. Bei 30 € Lohn und Faktor 2,2 zahlst du 66 € pro Stunde, der Abstand zur eigenen Fachkraft ist größer als bei 15 € Lohn. Hohe Löhne lassen die Rechnung also früher kippen.

Nach wie vielen Wochen lohnt sich die eigene Einstellung?

Als Faustregel liegt der Break-even zwischen der 8. und 12. Woche. Bis dahin ist Zeitarbeit meist günstiger und flexibler, danach überholt die eigene Fachkraft, selbst wenn die einmaligen Recruiting-Kosten von 1.500 bis 3.000 € voll eingerechnet werden.

Warum steigt der Verrechnungssatz bei langen Einsätzen zusätzlich?

Weil nach 9 Monaten ununterbrochener Überlassung Equal Pay greift (§ 8 Abs. 4 AÜG): Der Leihkraft steht dann das gleiche Entgelt wie vergleichbaren Stammkräften zu, und die Zeitarbeitsfirma gibt den höheren Lohn über den Satz weiter. Branchenzuschläge heben ihn oft schon früher.

Wie rechne ich aus, ob sich Zeitarbeit für meinen Betrieb lohnt?

Setze deinen Brutto-Stundenlohn, den Faktor deiner Zeitarbeitsfirma und die geplante Einsatzdauer in den Rechner in diesem Artikel ein. Er zeigt dir die Gesamtkosten über die Zeit im Vergleich zur eigenen Fachkraft und damit deinen persönlichen Kipppunkt.

Über der 3-Monats-Marke?

Dann rechnet sich die eigene Fachkraft, nicht die nächste Leihkraft.

Wenn dein Kipppunkt zeigt, dass du die Stelle dauerhaft brauchst, prüfen wir in 10 Minuten, ob sie in 29 Tagen besetzbar ist, mit ehrlicher Einschätzung und konkretem Preis für dein Gewerk und deine Region.

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Wir sagen dir auch, wann Zeitarbeit die klügere Wahl ist. Kommt bei kurzen Spitzen vor.

Christian Köhn

Christian Köhn

Gründer, heylead GmbH

Christian baut mit heylead Social-Recruiting-Systeme für Handwerks- und Mittelstandsbetriebe. Sein Fokus: passende Fachkräfte statt voller Inbox, mit der Perfect Match Methode® und regionaler Exklusivität.

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