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Fachkräftemangel im Handwerk: Zahlen und Statistiken 2026 (mit Quellen)

Rund um den Fachkräftemangel im Handwerk kursieren viele Zahlen, oft ohne Quelle und ohne Jahr. Diese Seite ist die datenbasierte Bestandsaufnahme: die wichtigsten Kennzahlen 2026 zu offenen Stellen, Vakanzzeiten, Engpassberufen, Gehältern und Recruiting-Kosten, jede Angabe mit Quelle und Stand. Gedacht als Nachschlagewerk für Inhaber, Journalisten und alle, die belastbare Zahlen brauchen.

Christian KöhnChristian KöhnGründer, heylead GmbH
14. Juli 2026 8 Min. Lesezeit Geprüft vom heylead-Team
Übersicht von Kennzahlen zum Fachkräftemangel im Handwerk, Sinnbild für eine datenbasierte Bestandsaufnahme
Inhalt dieses Artikels
  1. 1.Wie groß ist der Fachkräftemangel im Handwerk?
  2. 2.Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick
  3. 3.Welche Handwerksberufe sind Engpassberufe?
  4. 4.Wie lange bleiben Stellen im Handwerk unbesetzt?
  5. 5.Fachkräftemangel und Besetzungsdauer nach Gewerk
  6. 6.Was kostet der Fachkräftemangel?
  7. 7.Warum klassische Stellenanzeigen nicht mehr reichen
  8. 8.Was Recruiting im Handwerk kostet
  9. 9.Ist der Fachkräftemangel 2026 vorbei?
  10. 10.Quellen

Wie groß ist der Fachkräftemangel im Handwerk?

Je nach Messmethode fehlen im Handwerk zwischen 107.000 und über 200.000 Fachkräfte. Die methodisch sauberste Zahl liefert das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA / IW Köln): rund 107.700 offene Stellen konnten 2024 rechnerisch nicht mit passend qualifizierten Arbeitslosen besetzt werden. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) nennt mit über 200.000 unbesetzten Stellen eine höhere Zahl, weil viele Betriebe offene Stellen gar nicht erst melden.

200.000+

unbesetzte Stellen im deutschen Handwerk

Die rechnerische Fachkräftelücke von KOFA/IW Köln liegt bei rund 107.000 (Jahresdurchschnitt 2024). Der Unterschied entsteht, weil nicht jede offene Stelle gemeldet wird.

Quelle: ZDH, 2026

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

Alle harten Kennzahlen zum Fachkräftemangel und zum Recruiting im Handwerk, kompakt und mit Quelle:

KennzahlWertQuelle (Stand)
Unbesetzte Stellen im Handwerküber 200.000ZDH (2026)
Rechnerische Fachkräftelücke Handwerkrund 107.000KOFA / IW Köln (2024)
Größte Einzellücke (Bauelektrik)18.343BA/IW-Daten (2026)
Fehlende Fachkräfte im Kfz-Gewerberund 18.000ZDKG (2025)
Unbesetzte Lehrstellen im Handwerk16.213ZDH (2025)
Ø Vakanzzeit Engpass-Handwerksberuferund 250 TageBA-Engpassanalyse (2026)
Beschäftigte im GaLaBau (Rekord)131.166BGL (2024)

Welche Handwerksberufe sind Engpassberufe?

Ein Beruf gilt laut Bundesagentur für Arbeit ab einem Gesamtpunktwert von 2,0 als Engpassberuf. 2024 waren es 163 von rund 1.200 bewerteten Berufsgattungen. Mehrere klassische Handwerks- und Gewerbeberufe gehören zu den beschäftigungsstärksten darunter:

Engpass-Gesamtpunktwert ausgewählter Berufe (ab 2,0 = Engpass)
Kraftfahrzeugtechnik2,3
Metallbau2,2
Schwelle zum Engpassberuf2

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2024

Neben Metallbau und Kraftfahrzeugtechnik sind auch die Elektro-, SHK- und Bauberufe stark betroffen. In den Elektroberufen bleiben rechnerisch mehr als 8 von 10 offenen Stellen unbesetzbar, sie machen über ein Drittel der gesamten MINT-Fachkräftelücke aus.

Wie lange bleiben Stellen im Handwerk unbesetzt?

Die Vakanzzeit, also die Dauer von der Meldung bis zur Besetzung einer Stelle, liegt im Handwerk weit über dem Durchschnitt aller Berufe:

BereichVakanzzeit bis zur Besetzung
Alle Berufe (Durchschnitt)155 Tage
Fachkräfte (mittleres Niveau)173 Tage
SHK-Handwerküber 240 Tage
Engpass-Handwerksberufe (Ø)rund 250 Tage
Aus- und Trockenbau (Spitze)rund 300 Tage

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2024. Eine SHK-Stelle steht also im Schnitt mehr als 8 Monate offen. Zum Vergleich: Betriebe, die mit der Perfect Match Methode® arbeiten, besetzen eine offene Stelle im Schnitt in 29 Tagen.

Fachkräftemangel und Besetzungsdauer nach Gewerk

Die Marktlage unterscheidet sich je Gewerk deutlich. Die folgende Übersicht zeigt für die von heylead betreuten Gewerke die Marktlage und die typische Besetzungsdauer über Social Recruiting (jede Gewerke-Seite mit den vollständigen Zahlen ist verlinkt):

GewerkMarktlageØ Besetzung mit heylead
Elektrikerrund 57.800 offene Stellen, größter MINT-Engpass4 bis 6 Wochen
Anlagenmechaniker SHKüber 240 Tage Vakanzzeit, Wärmewende5 bis 7 Wochen
Dachdeckerlängste Vakanzzeiten im Bauhandwerk (~300 Tage)5 bis 8 Wochen
Malerhoher Bedarf, Ø-Gehalt rund 3.135 €3 bis 5 Wochen
TischlerEngpassberuf, Innenausbau und Möbelbau4 bis 6 Wochen
MetallbauerEngpassberuf (2,2), Abwerbung durch Industrie4 bis 7 Wochen
KFZ-MechatronikerEngpassberuf (2,3), rund 18.000 fehlen4 bis 7 Wochen
LandschaftsgärtnerWachstumsbranche, 15. Wachstumsjahr in Folge4 bis 6 Wochen

Hinweis zu den Gehältern

Die Medianentgelte stammen aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Vollzeit, brutto/Monat): Metallbau rund 3.606 €, Kraftfahrzeugtechnik rund 3.412 €, Landschaftsgärtner rund 2.700 bis 3.200 €. Die Besetzungsdauer mit heylead ist ein interner Durchschnitt aus Kundenkampagnen, nicht der Marktwert.

Was kostet der Fachkräftemangel?

Gesamtwirtschaftlich gehen Deutschland nach Berechnungen des IW Köln rund 49 Milliarden Euro Wertschöpfung pro Jahr verloren. Für den einzelnen Betrieb zählt eine andere Rechnung: Eine unbesetzte Fachkraftstelle kostet laut StepStone im Schnitt rund 49.500 Euro pro Jahr durch entgangene Aufträge, in der Bauwirtschaft sogar rund 79.000 Euro.

ca. 500 €/Tag

entgangener Umsatz durch eine unbesetzte Fachkraft-Stelle im Handwerk

Über ein Jahr summiert sich das auf einen fünfstelligen Betrag, meist deutlich mehr, als das Recruiting kostet.

Quelle: heylead-Kalkulation auf Basis branchenüblicher Stundensätze

Warum klassische Stellenanzeigen nicht mehr reichen

Der entscheidende Punkt: Die meisten Betriebe umwerben nur die aktiv Suchenden. Das ist die kleinste Gruppe. Die Mehrheit der Fachkräfte sucht nicht aktiv, ist aber für das richtige Angebot ansprechbar.

Wie der Bewerbermarkt wirklich aussieht
Passiv, aber ansprechbar56 %
Aktiv auf Jobsuche32 %
Kaum wechselbereit12 %

Quelle: LinkedIn Talent-Daten

Rund 2 von 3 Beschäftigten sind grundsätzlich offen für einen Wechsel, suchen aber nicht aktiv auf Jobportalen. Genau diese passive Mehrheit erreichst du nur über Social Recruiting, nicht über die Jobbörse.

Was Recruiting im Handwerk kostet

Zur Einordnung die marktüblichen Kosten der gängigen Wege, eine Fachkraft mit rund 45.000 Euro Jahresgehalt zu gewinnen:

WegTypische Kosten
Social Recruiting (Gesamtkosten pro Einstellung)1.500 bis 3.000 €
Werbebudget pro Kampagne und Monat500 bis 800 €
Werbekosten pro Bewerbung10 bis 25 €
Personalvermittler / Headhunter (Provision)11.000 bis 16.000 € (25 bis 35 %)
Zeitarbeit (Verrechnungssatz)Faktor 1,8 bis 2,5 auf den Stundenlohn

Die vollständige Rechnung steht im Ratgeber Was kostet Social Recruiting?. Kurz: Social Recruiting ist pro Einstellung um ein Vielfaches günstiger als Vermittlung oder Zeitarbeit, weil keine Provision pro Kopf anfällt.

Ist der Fachkräftemangel 2026 vorbei?

Nein. Die Zahlen sind zuletzt leicht gesunken, aber konjunkturbedingt, nicht weil das Problem gelöst wäre. Demografisch bleibt der Engpass: Ohne Zuwanderung sinkt das Erwerbspersonenpotenzial bis 2035 um rund 7 Millionen Menschen (IAB). Mit dem nächsten Aufschwung kommt der Mangel verschärft zurück.

Die Zahlen richtig lesen

Wer den Engpass jetzt für erledigt hält, wird beim nächsten Aufschwung kalt erwischt. Betriebe, die ihr Recruiting-System jetzt aufbauen, sichern sich die passiven Fachkräfte, bevor der Wettbewerber es tut.

Quellen

  • Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2024: arbeitsagentur.de
  • Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit: arbeitsagentur.de
  • KOFA / IW Köln, Fachkräftemangel im Handwerk, 2025: iwkoeln.de
  • Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), Fachkräftesicherung: zdh.de
  • Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDKG): kfzgewerbe.de
  • Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), Branchenstatistik 2024: galabau.de
  • IW Köln, Die Kosten des Fachkräftemangels, 2024: iwkoeln.de
  • IAB, Erwerbspersonenpotenzial: iab.de

Häufige Fragen

Wie viele Fachkräfte fehlen im Handwerk?

Je nach Messmethode zwischen rund 107.000 (rechnerische Fachkräftelücke KOFA/IW Köln, Jahresdurchschnitt 2024) und über 200.000 unbesetzten Stellen (ZDH). Der Unterschied entsteht, weil viele Betriebe offene Stellen nicht offiziell melden.

Welche Handwerksberufe sind Engpassberufe?

Ein Beruf gilt ab einem Gesamtpunktwert von 2,0 als Engpassberuf. Dazu zählen unter anderem Kraftfahrzeugtechnik (2,3), Metallbau (2,2) sowie die Elektro-, SHK- und Bauberufe (Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2024).

Wie lange bleibt eine Stelle im Handwerk unbesetzt?

Fachkraft-Stellen bleiben im Schnitt 173 Tage offen, in Engpass-Handwerksberufen wie SHK über 240 Tage und im Aus- und Trockenbau bis zu rund 300 Tage (Bundesagentur für Arbeit, 2024). heylead besetzt offene Stellen über die Perfect Match Methode® im Schnitt in 29 Tagen.

Wie viel verdient eine Fachkraft im Handwerk?

Das Medianentgelt liegt je nach Gewerk unterschiedlich: Metallbau rund 3.606 Euro, Kraftfahrzeugtechnik rund 3.412 Euro, Landschaftsgärtner rund 2.700 bis 3.200 Euro brutto im Monat (Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Vollzeit).

Ist der Fachkräftemangel im Handwerk 2026 vorbei?

Nein. Die Zahlen sind wegen der schwachen Konjunktur leicht gesunken, nicht weil das strukturelle Problem gelöst wäre. Demografisch bleibt der Engpass und kommt mit dem nächsten Aufschwung verschärft zurück.

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Christian Köhn

Christian Köhn

Gründer, heylead GmbH

Christian baut mit heylead Social-Recruiting-Systeme für Handwerks- und Mittelstandsbetriebe. Sein Fokus: passende Fachkräfte statt voller Inbox, mit der Perfect Match Methode® und regionaler Exklusivität.

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